Etikette

Ju-Jutsu Breitensport

Selbstverteidigung

In den aus Japan stammenden Budosportarten, aus denen sich auch Ju-Jutsu entwickelt hat, werden Verhaltensweisen befolgt, die als Etikette bezeichnet werden. Die Grundsätze sind Höflichkeit, Demut und Respekt, das heißt die Achtung des Anderen ist oberstes Gebot. Die Etikette ist nicht nur eine äußere Form, sondern auch eine innere Haltung, die zur Ausgeglichenheit und innerer Ruhe führt.

 

Körperhygiene

  • Wir Ju-Jutsuka sind gepflegt. Niemand trainiert gerne mit einem muffelnden Partner. Wir achten darauf uns selbst und unsere Trainingskleidung sauber zu halten.
  • Wegen der Verletzungsgefahr haben wir kurzgeschnittene Zehen- und Fingernägel.
  • Wir trainieren barfuß. Deswegen waschen wir unsere Füße regelmäßig, am besten vor dem Training.
  • Das Dojo (Übungsraum) wird nie mit Straßenschuhen betreten. Auf dem Weg von den Umkleiden zur Matte tragen wir Sandalen, um die Matten sauber zu halten.
  • Wenn wir während des Trainings die Matten verlassen, werden die Füße vor Betreten dieser an der Hose abgewischt.
  • Um Verletzungen zu vermeiden ist jegliche Form von Schmuck (z.B. Ketten, Ohrringe, Armbänder, Piercings) abzunehmen. Nicht abnehmbare Schmuckstücke sind mit Tape abzudecken.

 

Kleiderordnung

  • Beim Training tragen wir einen Gi (Trainingsanzug). Er besteht aus Jacke, Hose und Gürtel, die klassischer Weise aus Baumwolle bestehen.
  • Wir tragen immer den Gürtel in der Farbe, die der erreichten Graduierung entspricht.
  • Anfänger können in den ersten Wochen auch in anderer geeigneter Kleidung trainieren, bis sie einen Gi besitzen.

 

Betreten des Dojo oder der Matte

  • Vor dem Betreten des Dojo verneigen wir uns: damit zeigen wir Respekt gegenüber dem Ort des Lernen und man ordnet sich der Etikette des Dojo unter.
  • Wir betreten die Matten nie mit Schuhen. Die Schuhe sind mit der Ferse zur Matte abzustellen

 

Begrüßungsritual

Die Schüler platzieren sich auf einer Mattenseite nebeneinander auf. Dabei steht der am höchsten graduierte Schüler rechts außen, der niedrigste ganz links. Der Trainer steht den Schülern gegenüber. Der Sensei (jap. Meister, Lehrer) steht dabei meist so, dass er die Schüler zwischen sich und der Tür hat.

  • Kommandos werden vom Sensei oder dem ranghöchsten Schüler erteilt.
  • Sei za“: Das Kommando zum Abknien. Wir knien zuerst mit dem linken Bein ab, danach mit dem Rechten. Die Zehen sind aufgestellt und werden erst vor dem Absitzen abgelegt. Die Hände liegen auf den Oberschenkeln oder werden wie in der klassischen Zen-Meditationshaltung ineinander gelegt.
  • Mokuzo“: Die Meditationphase wird eröffnet, wir schließen unsere Augen. In dieser Phase versuchen wir uns von dem Alltaggeschehen zu befreien und uns auf das bevorstehende Training zu einzustimmen.
  • Mokuzo Yame“: Die Meditation wird beendet und wir öffnen wieder unsere Augen.
  • Sensei ni Rei“: Auf dieses Kommando verbeugen sich Lehrer und Schüler voreinander. Dabei legen wir die Hände vor den Knien in Form eines Dreiecks ab und senken den Oberkörper ab (Augen sind zum Boden gerichtet).
  • Kiritsu“: Das Kommando zum Aufstehen: zuerst erhebt sich der Sensei, dann die Schüler. Wir stehen zuerst mit dem rechten Bein auf.
  • Rei“: Lehrer und Schüler verneigen sich zueinander.

 

Verhalten auf der Matte

  • Wir Ju-Jutsuka trainieren immer ruhig, konzentriert, respektvoll und achtsam.
  • Höher Graduierte sind stets für niedriger Graduierte verantwortlich.
  • Die Sicherheit und Unversehrtheit des Partners hat bei uns stets Vorrang.
  • Bei Würfen achten wir auf die Sicherung des zu Werfenden, aber auch auf Eigensicherung.
  • Bei Hebeln und Würgern schlagen wir rechtzeitig ab oder sagen "Mate".
  • Wir trainieren stets fair oder kämpfen ohne unsportliche Techniken oder Hintergedanken.
  • Wir Ju-Jutsuka wahren immer unsere Selbstbeherrschung.Wir treten bescheiden auf und sind durch unser Verhalten für andere ein Vorbild.
  • Während des Trainings unterlassen wir Gespräche. Um sich zu verständigen genügen leise und kurze Erklärungen. Muss der Ju-Jutsuka die Matte oder das Dojo verlassen, so hat er sich stets beim jeweiligen Lehrer abzumelden.